www.birnenrenaissance.de


 

 Kulturgeschichte

Verglichen mit der kaum überschaubaren Literatur über die Kultivierung und Weiterverarbeitung von Apfelsorten, nimmt sich unser Wissen über Birnen und vor allem über deren typische Weiterverarbeitung eher bescheiden aus. Das war in der Geschichte nicht immer so. Es spricht viel dafür, daß sich das Verhältnis zwischen den Obstarten, hier insbesondere zwischen Äpfeln, Quitten und Birnen im Laufe der Jahrhunderte (auch) in unseren Breiten stark gewandelt hat.Beispielsweise läßt sich unser im wesentlichen aus dem Frischverzehr abgeleitetes Verständnis von 'Obst' kaum auf frühere Epochen übertragen, in denen vor allem Birnen auch mannigfaltig gekocht und damit gleichsam gemüseähnlich verwendet wurden.

 

 Labor: Birnenmanufaktur

Wir streben weder einen Obsterwerbsgartenbau an,  noch stellen wir den Anbau und die Züchtung der Pflanzen  in den Vordergrund. Unser geistes- und sozialwissenschaftlicher und nur elementarer ökotrophologische Hintergrund legt andere Schwerpunkte nahe. Es geht um den Erhalt alter Birnensorten und mehr noch um eine Wiederentdeckung und Erneuerung des Wissens über die Konservierung und Verarbeitung der Früchte - eben um eine Birnenrenaissance. Wie bei jeder Renaissance soll es nicht bei der Wiedergeburt bleiben: Außerdem wollen wir erkunden, welche Möglichkeiten die uns unmehr zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten für die Nutzung der Früchte eröffnen. Früher nur für große Fruchtmengen geeignete Verfahren, lassen sich in unserer Gegenwart aufgrund der vielfältigen und  erschwinglichen Haushaltsgeräte, energiesparende Öfen usf.  auch im kleinen Maßstab anwenden. Die Fortschrittte in Konservierungsverfahren bieten neue Möglichkeiten: als Herr Weck seine Einkochgläser auf den Markt brachte, neigte sich die Hochzeit  der Birnenkulturen schon dem Ende zu, und wie sich die verschiednen Sorten im Gefrierschrank verhalten, darüber wissen wir praktisch nichts. Das Dörren ist ganz aus der Mode gekommen.

 

 Angewandte Kulturwissenschaft

Die angestrebten Ziele erfordern die Sichtung alter Quellen und den Erfahrungsaustausch mit ähnlichen Projekten. Interviews mit älteren Bewohnern zur Lagerung und Veredelung der Birnen haben sich als ergiebige, aber eben auch versiegende Quellen erwiesen. (oral history) Wir sind dabei, eine kleine Bibliothekt mit Werken anzulegen, die sich mit dem Anbau und vor allem mit der Nutzung von Birnenfrüchten beschäftigen, zumindest Scannen wir einschlägige Ausschnitte aus den Werken vor allem der vergangenen Jahrhunderte. Momentan ist zumal hinsichtlich der   Sortenmannigfalt wenig aus den Kochbüchern zu holen. Natürlich gibt es Ausnahmen, z.B. Gaston Lenotre, der ziemlich präzise schreibt, welche Sorte in welcher Jahreszeit zu welchem Dessert geeignet ist. Die moderene Fernsehköche sehen eher darauf, wie der zubereitete Teller in den Augen des Fernsehpublikums ausschaut als auf den treffenden Geschmack. ("Ich nehme Granny Smith, weil der nicht so schnell braun anläuft!" so der Dreisternekoch in einer beliebten Sendung.) Das Medium prämiert halt die Augen und folglich tun dies die Kochwettbewerbe in diesem Medium auch.

 

 Alternative Märkte

Zwar haben wir keine nenneswerten Vermarktungsabsichten oder -ressourcen.  Andererseits hätte eine Renaissance der Birnenkultur, die auf der historischen Artenvielfalt gründet, durchaus ökonomische Vorteile. Sie stärkt die Nachfrage nach Sorten, die im Supermarkt nicht zu erhalten sind. Diese Diversifizierung würde zweifellos die Chancen für Kleinvermarkter, die sich auf Nischenprodukte konzertieren, erhöhen. Alternative Land-, Garten- und Obstbaubetriebe  brauchen eine eigene Vermarktungsform. Dazu gibt es nunmehr  aussichtsreiche Projekte. Genossenschaftliche Produktions- und neuedings auch solche Vertriebsformen bieten die Chance, auch Birnensorten jenseits von Abate und Williams an den Mann/die Frau/das Kind zu bringen. Wenn denn auch Wissen und Fähigkeiten mitkommuniziert werden, wie die unbekannten Fruchtsorten (nicht die exotischen 'neuen' Früchte!)  zu behandeln sind. Da liegt dann unser Beitrag:

   Der Diskussion und Verbreitung der erprobten Verfahren und Werkzeuge dient  die Webseite www.birnenmanufaktur.

 

 

  

                                      

 

 


 

 

 

                                             

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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